countryside-2175353_1920.jpg
am kreisel (verkehr und industrie)

1 Die Molkerei
Nach der Gründung der Molkereigenossenschaft 1918 wurde mit der Milchanlieferung begonnen, zuerst noch zur Molkerei auf dem Hofe Dieding. Am ersten
Tag wurden 3680 Liter angeliefert. 1922 wurde am Bahnhof eine neue Molkerei mit Butterwerk und Kornmühle gebaut. 1957 stieg die Milchmenge auf 30000 l pro Tag. Das Aus für Molkerei und Butterwerk kam 1978. Die Gebäude wurden später abgerissen.


2 Das Gründerhaus Bartels
Bernhard Bartels machte sich 1885 selbständig, anfangs in einem Schuppen auf dem Meierhof. Später konnte er ein Grundstück an der heutigen Hauptstraße
erwerben (jetzt Großparkplatz vor der Postagentur), worauf ein Haus mit angeschlossener
Werkstatt gebaut wurde und wo Bedarfsmöbel hergestellt wurden.
Das war die Keimzelle der späteren Bartels-Werke.


3 Die Bartels-Werke
Josef Bartels übernahm 1913 im Alter von 23 Jahren den Betrieb und baute ihn kontinuierlich aus. Er beschäftigte 1929 ca.20 Leute, 1931 zählte die Belegschaft
ca. 400 Leute. Der Betrieb wuchs zu einem der größten Möbelwerke Europas. In den 1950er Jahren kam ein Sperrholzwerk dazu, bei dem Bartels sich finanziell
übernahm. Das Ende kam 1954, der Betrieb wurde verkauft. Neue Besitzer wurdenErnst Göhner aus der Schweiz, die Elektrowatt A. Doblinger, später SWL und
einige Teile wurden von anderen Besitzern übernommen.

4 Die Schmiede Baumhus
Im Jahr 1888 kaufte der Schmiedemeister Heinrich Baumhus hinter der Eisenbahn
und Chaussee ein Grundstück vom Colon Bernhard Niehues und errichtete darauf
ein Wohnhaus mit Schmiedewerkstatt. Nach und nach wurde der Betrieb vergrößert,
es kamen eine größere Halle, ein Eisen- und Haushaltswaren-Geschäft
dazu. Es waren ca. 20 Leute beschäftigt. Später kam der Stahl- und Hallenbau hinzu,
so dass die Werkshallen zu klein wurden und ein neuer Betrieb im Industriegebiet
entstand.

5 Der Hof Kappel
Der Hof Kappel gehörte zu den ältesten Höfen in Ostlangenberg und ist bereits in der Viehschatzungsliste von 1500 erwähnt. Da die letzten Besitzer kinderlos
blieben, wurde ein Verwandter an Kindesstatt angenommen. Um 1960 wurde der Hof umgesiedelt, da er der neuen Trasse der B55 weichen musste. Die heutige
Ampel-Kreuzung B55 - Rietberger Straße war der Standort des Hofes.

6 Der Bau der B55
Die unter Napoleon erbaute sog. Chaussee „von Kirche zu Kirche“ führte zunächst noch über den Windmühlenberg. Erst 1887 mit dem Bau der Eisenbahn
wurde ein Durchstich durch den Berg geschaffen und die Chaussee entlang der Eisenbahn verlegt. Die Strecke bestand bis 1956 und war dem Verkehrsaufkommen
nicht mehr gewachsen. Zwischen 1956 und 1961 wurde dann die heutige Führung der B55 geplant und fertiggestellt.

7 Die Böttcherei Plöger
Der aus Wiedenbrück stammende Böttchermeister Bernhard Plöger baute etwa 1911 an der Rietberger Straße ein Haus mit einer Böttcherwerkstatt. Neben anderen Böttchern arbeitete er insbesondere für die beiden Langenberger Brauereien.
Er stellte die damals üblichen Holzfässer in allen Größen her und führte anfallende Reparaturen aus. B. Plöger war jahrelang Brandmeister der Feuerwehr
in Langenberg und auch Oberbrandmeister des Kreises Wiedenbrück.

8 Die alte Rietberger Straße
An der Rietberger Straße konzentrierten sich die Handwerksbetriebe Schmiede Baumhus, Zimmermann Pagenkemper, Maurer Hemfort (ehemals Gemeinde-
Bauhof), Betten Sagemüller (TREND Böger), der Händler Henkenjohann (Möbel Christmann), Maurermeister Aulbur (Menze), Fuhrunternehmer Wemhoff und im
weiteren Verlauf die alten Höfe „In der Reihe“ Kappel (Abbruch), Wortmann (Depenbusch), Keuping (Krampe), Venker-Metarp, Kalverkamp (Mönnig), Niehus (B. Ostlangenberg), Diestmann, Ostlangenberg und Winter (Frische).

9 Der Windmühlenberg
Der Windmühlenberg ist ein Ausläufer der Beckumer Berge und erstreckt sich auslaufend bis Bokel. Auf dem Berg standen früher 2 Windmühlen, in denen die
Bauern ihr Korn mahlen ließen. Die älteste, westlich stehende (etwa am B55 Durchbruch), war eine Pfahlmühle, die dem Bischof von Osnabrück gehörte. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde sie instand gesetzt, 1751 dann als Pacht dem Müller Hünemeyer (heute Mergenschröer) übergeben. Sie brannte 2 Mal durch Blitzschlag
ab. Da sie mehr kostete, als sie einbrachte, wurde sie 1880 nicht wieder
aufgebaut. Die zweite Windmühle 500 m östlich, zum Hofe Metarp gehörig und
um 1800 in Betrieb genommen, brannte 1917 in einem Gewittersturm ab, weil
der Müller die Windmühlenflügel nicht ordentlich befestigt hatte und daher die
hölzernen Lager heiß liefen.