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übersicht rundweg Langenberg

Die Gemeinde Langenberg feiert im Jahre 2020 ihr 50-jähriges Bestehen seit der kommunalen Neuordnung am 1.1.1970. Zu diesem Anlass entstand unter Mithilfe des Heimatvereins Langenberg im Ortsteil Langenberg ein „historischer Ortsrundgang“, der dem Besucher die lange Geschichte des Ortes näher bringen kann.

An 15 Stationen wurden Informations-Tafeln zu historisch bedeutsamen Gebäuden und Ereignissen aufgestellt.

Als Kennzeichen des Rundgangs wurde ein Wappenvorschlag des Bildhauers Pagenkemper von 1946 gewählt. Das Wappen zeigt den Langenberger Kirchturm, der weithin sichtbar über 4 Höhenrücken aufragt, die dem Ort mit den 4 Bauerschaften den Namen „Langenberg“ gaben. Das Reckenberger Rad und der Feuerrost des ersten Kirchenpatrons St. Laurentius kennzeichnen die Geschichte.

1 Die Katholische Kirche
Die Langenberger Pfarrkirche ist wohl eine der ältesten Kirchen des Altkreises
Wiedenbrück, erbaut um ca. 900 als Eigenkirche des Meier zu Langenberg. 1892
bis 1894 wurden die beiden Seitenschiffe mit Turm-Seitenkapellen von Pfarrer
Anton Kleinschnittger angebaut.

2 Küsterei und Pastorat
Die alte Küsterei zählt mit dem Gasthaus „Zur Linde“ zu den ältesten Gebäuden
in Langenberg. Der Küster war auch der erste Schullehrer. Vom alten Pastorat
- gegenüber dem Seiteneingang zur Kirche -, das 1894 abgerissen wurde, ist ein
Torbogen von1649 erhalten.

3 Gasthaus Zur Linde
Das alte Gasthaus „Zur Linde“ ist wohl mehr als 500 Jahre alt. Vermutlich diente
es auch als Speicher oder Scheune für die Naturalabgaben an den Pastor. Es
gehörten zeitweise auch eine Brauerei, Brennerei und Bäckerei sowie eine
Bildhauerei dazu. Heute wird es als Konditorei und Café betrieben.

4 Schulgeschichte
Die Anfänge des Schulwesens gehen bis ins 17. Jh. zurück. Bereits 1651 wird ein
Schullehrer erwähnt, der gleichzeitig auch Küster war. In der Küsterei wurde 1852
auch die erste Schule eingerichtet, die erst 1915 durch ein neues Gebäude (am
Schulweg) ersetzt wurde. Außer dieser „Dorfschule“ gab es auch eigene kleine
Schulen in den Bauerschaften Lippentrup und Selhorst.

5 Kommunalgeschichte
In den historischen Urkunden taucht der Name Langenberg erstmals 1180 auf, als
die Ansiedlung mit dem Amt Reckenberg im Landkreis Wiedenbrück dem Fürstbistum
Osnabrück zugeschlagen wurde. 1970 entstand eine amtsfreie Gemeinde
aus den Orten Langenberg und Benteler, die ab 1973 zum Kreis Gütersloh gehört.

6 Die Evangelische Kirche
Bis 1939 lebten nur 2 evangelische Familien in Langenberg. Durch Krieg und
Vertreibung wuchs die Zahl beträchtlich an, da die meisten Flüchtlinge Protestanten
waren. 1952 waren es 867 Personen. Im Jahr 1951 wurde mit dem Bau einer
eigenen Kirche begonnen, die 1952 als „Friedenskirche“ geweiht wurde.

7 St. Antonius Krankenhaus und Altenpflegeheim
Unter Pfarrer Kleinschnittger wurde 1872 dem Armenhaus, das seit 1854 bestand,
ein Gebäude als Krankenhaus hinzugefügt. Ab 1969 in ein Altenheim umgestaltet,
woraus das heutige zeitgemäße „Altenpflegeheim St. Antonius“ entstand.

8 Alte Vogtei
Die ehemalige Vogtei Langenberg wird 1584 gegründet und war neben der
Wüste-Vogtei im Nordosten eine von zwei Vogteien des Amtes Reckenberg. Zur
Vogtei gehörten neben dem Kirchspiel Langenberg auch die Orte St.Vit,
Batenhorst, Röckinghausen und Steppentrup. Das Amt des „Vogtes zu Langenberg“
wurde durch die Auflösung der Vogteien unter Preußen im Jahre 1815
abgeschafft.

9 Der Meierhof
Der Meierhof Langenberg gilt als der älteste Bauernbesitz der Gegend, daraus
folgt das Alter der bis um 700 - 800 zurückgehenden Familie. Durch Hofteilung
entstand daneben der Hof Schürmann (heute Haselkamp). Der Meier zu Langenberg
siedelte 1894 nach Selhorst auf den ehemaligen Hof Nölkenbockhoff um.

10 Hellweg und Lange Wand
Durch den Hohlweg an der „Langen Wand“, dem Höhenrücken hinter dem
alten Friedhof, führte früher die alte Heerstraße mit Namen „Hellweg“, die von
Lippstadt (über die Wellstraße) kommend nach Norden den Fortbach überquerte
und weiter (über den Mühlenweg) in Richtung Wiedenbrück verlief.

11 Der alte Friedhof
Nachdem die Bestattungsmöglichkeiten um die Kirche herum erschöpft waren,
konnte man 1850 den ausgesiedelten Hof Rhöding und den alten Hof Langewender
erwerben und zum heutigen „alten Friedhof“ umgestalten. Genutzt wurde er
bis 1954, als der heutige neue Friedhof am Rennefelder Weg eröffnet wurde.

12 Der Bahnhof
1855 entstand eine Initiative zum Bau einer Bahn von Lippstadt über Langenberg
nach Rheda. Seit Sept. 1885 wurde an der 23 km langen Strecke gebaut. Am 24.
Juni 1887 wurde sie eröffnet. Durch den Autoverkehr unrentabel, erfolgte 1979
die teilweise Einstellung des Personenverkehrs, 1983 des Güterverkehrs.

13 Am Kreisel (Verkehr und Industrie)
Die größere Tafel 13 am Kreisverkehr informiert über die Molkerei und den
Bauhof, die Familie Bartels mit den Bartels-Werken, die Betriebe Baumhus,
Aulbur/Menze und Zimmerei Pagenkemper, die Böttcherei Plöger, das Möbelhaus
Christmann u.a. an der Rietberger Straße, sowie über den ehemaligen Hof
Kappel, den Windmühlenberg und den Durchstich der B55.

14 Haus Otterpohl
Der Wirt Bernhard Otterpohl erbaute 1842 nach einer Vermögensteilung des
Hauses Nr. 45 an der Kirche, am „Langen Jammer“, ein neues Gasthaus an der
Chaussee von Wiedenbrück nach Lippstadt, direkt an der 1887 fertig gestellten
neuen Eisenbahnstrecke. Dort führte die befreundete Dichterin Luise Hensel in
einem Kinderzimmer den ersten Weihnachtsbaum in Langenberg ein.

15 Das Feuerwehr-Spritzenhaus bei Haselkamp und der Hof Dieding
Am 1.9.1909 Gründung der ersten Freiwilligen Feuerwehr. Auf dem Grundstück
von Bauer Haselkamp wurde ein kleines Gerätehaus errichtet, im Volksmund
„Spritzenhaus“ genannt. Gegenüber Haselkamp (an der Stelle des Kaufhauses)
lag der alte Hof Dieding - genannt nach dem früheren Thingplatz an dieser Stelle.