Wie kann eine kleine Gemeinde in Zeiten knapper Haushaltsmittel ein neues Schwimmbad bauen? Mit großem bürgerschaftlichem Engagement entwickelt Langenberg eine Antwort für diese Herausforderung und präsentiert sie am 2. Juni 2026 der Öffentlichkeit und Vertretern der Landespolitik.
Auf Einladung aller Ratsfraktionen und der Gemeindeverwaltung findet am Dienstag, 2. Juni 2026, ab 18:30 Uhr in der Mehrzweckhalle in Langenberg eine Informations- und Bürgerveranstaltung statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Möglichkeiten es gibt, so eine bedeutende Infrastrukturmaßnahme in die Tat umzusetzen. In Langenberg glaubt man die Lösung für diese Frage gefunden zu haben: das Modell des „Langenbades“. Ein Förderverein mit über 1.000 Mitgliedern gründete eine gemeinnützige GmbH (gGmbH), die als Bauherr eines neuen Hallenbades auftritt. Die entscheidenden Vorteile dieses Konzepts liegen darin, dass Planung und Bau ohne öffentliches Vergaberecht ausgeschrieben und beauftragt werden können und der Bau aufgrund der Gemeinnützigkeit von der Umsatzsteuer befreit ist. Das Ergebnis: eine Investition von nur rund 10,75 Millionen Euro statt der kommunalen Äquivalentkosten von 15 bis 16 Millionen Euro.
Hochkarätige Gäste gestalten Keynote und Diskussionsrunde
Zu Gast sind Frank Rabe, Generalsekretär des Schwimmverbandes NRW, der eine Keynote zur Situation des Schwimmausbildung in NRW halten wird. Darüber hinaus bereichern André Kuper, MdL (Landtagspräsident NRW, CDU), Wibke Brems, MdL (Fraktionsvorsitzende, Die Grünen), Thorsten Klute, MdL (SPD) sowie Britta Götz (Referatsleiterin Sport und Ehrenamt, NRW-Staatskanzlei) den Abend und stehen für eine Diskussion zur Verfügung.
Aktive Schwimmer-Community
Langenberg hat eine lebendige Schwimmtradition, die auf einem breiten Engagement der örtlichen Schulen, mit einem starken Schulschwimmangebot für rund 250 Schülerinnen und Schüler wöchentlich, der Kindetagesstädten wie auch der lokalen Vereine, Trainer und Sportler aufbaut. Allein die Ortsgruppe der DLRG und des Sportvereins TV Einigkeit bilden wöchentlich rund 400 Menschen aus, leisten jährlich rund 3.500 Ehrenamtsstunden und stellen etwa 250 Schwimmabzeichen pro Jahr aus. Die sportlichen
Erfolge reichen vom ersten Seepferdchen über Siege bei nationalen Wettbewerben bis zur hin zur erfolgreichen Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften. Diese, für das Gemeindeleben wichtige Säule des sportlichen Engagements, steht jedoch vor einem jähen Ende, da das bestehende Schwimmbad mit seinem Lehrschwimmbecken baulich am Ende seiner Nutzungszeit angekommen ist. Das Schwimmhallengebäude weist irreparable bauliche und statische Schäden auf und ist nur noch mit aufwendigen Maßnahmen in Nutzung: Die Südwand wurde bereits auf Anordnung des Statikers abgestützt. Ein Neubau eines Schwimmbades ist unausweichlich.
Konkrete Schritte für Schwimmbadneubau
Die Akteure des Langenbades, Michael Praest, Jörg Becker und Carsten Pilz verfolgen unterdessen konsequent den Weg zur Realisierung des Neubauprojektes und erhalten großen Rückhalt und Zuspruch aus der Bevölkerung und der lokalen Politik. Die Planung für das Projekt nimmt Fahrt auf. Nun geht es darum, auch auf Landesebene politische Weichen zu stellen und finanziellen Rückenwind zu organisieren: damit bürgerlich-gemeinnützige Träger wie die Langenbad gGmbH in künftigen Förderprogrammen direkt antragsberechtigt sind. Das Modell eignet sich als Blaupause auch für andere kleine Kommunen in NRW.
Dienstag, 2. Juni 2026 um 18:30 Uhr
Mehrzweckhalle Langenberg (Großer Feierraum)
(Bentelerstraße, 33449 Langenberg)
(Veranstalter: Alle Ratsfraktionen und Gemeindeverwaltung Langenberg)

